CO₂-Bilanz 2025: Bielefeld reduziert Emissionen – Herausforderungen bleiben groß
| Bielefeld (bi)
Die Stadt Bielefeld hat ihre aktuellen Treibhausgasbilanzen für 2024 und 2025 vorgelegt. Demnach sind die CO₂-Emissionen pro Einwohnerin und Einwohner seit 1990 um rund 45 Prozent gesunken – von 7,42 auf 4,11 Tonnen im Jahr 2025. Trotz dieser Entwicklung reicht das bisherige Tempo nicht aus, um den gesetzten Klimazielen des Bundes angemessen gerecht zu werden.
Erstmals basiert die Bilanzierung auf lokalen Daten zur Strom- und Wärmeerzeugung. Dadurch werden die tatsächlichen Verhältnisse in Bielefeld realitätsnäher abgebildet. Die grundsätzlichen Trends der Emissionsentwicklung bleiben jedoch unverändert.
Positive Entwicklungen zeigen sich insbesondere beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik stellt derzeit den wichtigsten Wachstumstreiber der Energiewende in Bielefeld dar. Gleichzeitig bleiben der Verkehrssektor und die Wärmeversorgung zentrale Herausforderungen. Der Verkehr verursacht weiterhin einen hohen Anteil der Emissionen. Im Wärmesektor dominiert Erdgas mit 64 Prozent des Energieverbrauchs und rund drei Vierteln der CO₂-Emissionen. Die Stadt sieht daher weiterhin erheblichen Handlungsbedarf beim Ausbau erneuerbarer Energien, beim Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung sowie bei zusätzlichen wirksamen Klimaschutzmaßnahmen.
Photovoltaik-Ausbau in Bielefeld erreicht 179 MWp
In Bielefeld sind mit Stand vom Donnerstag, 21. Mai 2026, rund 179 MWp Photovoltaik-Leistung installiert. Der Ausbau der Solarenergie nimmt seit 2022 deutlich zu. Rund 89 Prozent der Leistung entfallen auf Dach- und Gebäude-PV, etwa 11 Prozent auf Freiflächenanlagen. Kleine Anlagen prägen den Ausbau stark: Auf Anlagen bis 30 kWp entfallen rund 57 Prozent der Gesamtleistung. Auf städtischen Gebäuden wurden 2025 rund 448 kWp neu installiert, 2026 sind über 450 kWp geplant. Von rund 12 km² geeigneter Dachfläche (vorbehaltlich der statischen und elektrotechnischen Eignung) werden bislang nur etwa 10 Prozent für Photovoltaik genutzt.
Die Stadt unterstützt den Ausbau u. a. mit dem Solaratlas und Informationsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen sowie in enger Kooperation mit verschiedenen Bielefelder Akteuren (bspw. WEGE, Bielefelder Netze, IHK, Handwerkskammer). Die Bielefelder Solarförderung (2020–2023) ermöglichte rund 600 Anlagen mit über 5.000 kWp. Damit kann rechnerisch der Strombedarf von mehr als 1.000 Vier-Personen-Haushalten gedeckt werden. Eine aktuelle Förderung von PV-Anlagen besteht derzeit nicht.