Aktionswoche gegen Einsamkeit – Bielefeld ruft zum Teilen von Begegnungsangeboten auf
| Bielefeld (bi)
„Im Büro unter Menschen kann man sich viel einsamer fühlen als allein im Homeoffice.“ Dieser Satz einer Teilnehmerin der bundesweiten Aktionswoche gegen Einsamkeit (22. bis 28. Juni) zeigt: Einsamkeit ist ein zunehmendes Problem in der Gesellschaft, das Menschen jeden Alters und in jeder Lebenslage treffen kann. Mit zahlreichen Aktionen hat sich die Stadt Bielefeld an der Aktionswoche beteiligt und ein deutliches Zeichen für mehr Zusammenhalt gesetzt.
Die Stadtverwaltung möchte bei drohender Einsamkeit frühzeitig unterstützen und Betroffene bestmöglich erreichen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die Koordinierungsstelle Begegnung und Zusammenhalt im Büro für Sozialplanung. Viele Menschen in Bielefeld wünschen sich mehr Austausch und kennen Orte und Initiativen, die anderen noch unbekannt sind. Genau hier setzt jetzt eine Online-Beteiligung an.
Woche gegen Einsamkeit: Vielfältige Aktionen für mehr Begegnung
Ob auf dem Kesselbrink, in der Stadtbahn oder beim digitalen Fachimpuls: Überall hat die Aktionswoche Gesprächsstoff geliefert und neue Verbindungen geschaffen. Besonders eindrücklich war, wie offen die Bielefelderinnen und Bielefelder das Thema Einsamkeit angenommen haben.
In der „Begegnungsbahn“ in der moBiel-Linie 2 luden Ehrenamtliche die Fahrgäste zwei Stunden lang zum Gespräch ein. Rund 80 Prozent der Angesprochenen wünschen sich eine Wiederholung des Angebots.
Im Grünen Würfel auf dem Kesselbrink lud eine Fotoausstellung zum Innehalten, aber auch zum Austausch ein. Die Portraits zeigen Bielefelderinnen und Bielefelder in Momenten der Einsamkeit. Die Bilder können auch nach der Ausstellung unter www.bielefeld.de/wenigerallein angesehen werden.
Beim digitalen Fachimpuls „Zugehörigkeit entsteht nicht von allein“ am 23. Juni tauschten sich rund 60 Teilnehmende aus Bielefelder Unternehmen darüber aus, wie sich Einsamkeit am Arbeitsplatz vorbeugen lässt.
Begleitet wurde die Woche von einem Kurzfilm, der auf digitalen Bildschirmen in Kinos, Stadtbahnen, Bibliotheken, der Hochschule Bielefeld und weiteren Orten zu sehen war. Die zentrale Frage: Wann fühlen wir uns wirklich dazugehörig?
Bielefeld als Gründungsmitglied der „Allianz gegen Einsamkeit“
Auch auf Bundesebene war Bielefeld aktiv: Beim Auftakt der neuen „Allianz gegen Einsamkeit“ in Berlin trat die Stadt am 22. Juni als Gründungsmitglied bei – gemeinsam mit 117 weiteren Institutionen und Organisationen. Ziel der Allianz ist es, Kräfte, Wissen und Engagement der Mitglieder zu bündeln, um Einsamkeit vorzubeugen und zu lindern sowie das Miteinander zu stärken.
Dr. Christiana Bauer: „Zusammenhalt entsteht im Alltag: durch Begegnungen, offene Gespräche und Menschen, die aufeinander Acht geben. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Stadtgesellschaft aufeinander achten sowie Orte und gute Bedingungen für Begegnungen schaffen. Niemand soll in Bielefeld einsam sein.“
Jetzt mitmachen: Welche Orte und Angebote bringen Menschen zusammen?
Die Aktionswoche hat deutlich gemacht: In Bielefeld gibt es viele Treffpunkte, Initiativen und Unterstützungsangebote – aber längst nicht alle sind bekannt. Deshalb startet die Stadt jetzt eine Online-Beteiligung: Unter www.bielefeld.de/wenigerallein können alle, die einen Geheimtipp für (mehr) Miteinander kennen, diesen einreichen.
Gesucht werden Angebote für soziales Miteinander, die offen für alle sind – zum Beispiel Treffpunkte, Vereine, Netzwerke, Beratungsangebote oder Bewegungsgruppen. Ein Name reicht, hilfreich sind auch eine Internetseite oder Kontaktdaten.
Die Hinweise fließen in den BielefeldKompass ein, eine wachsende Übersicht von Angeboten für alle Bielefelderinnen und Bielefelder, erreichbar unter www.bielefeld.de/bielefeldkompass. Die Beteiligung läuft bis zum 15. September 2026.