Streetart: Neue legale Graffitiflächen in Bielefelder Fußgängerunterführungen
| Bielefeld (bi)
Bielefeld erweitert sein Angebot an legal nutzbaren Graffitiflächen und setzt damit ein deutliches Zeichen für urbane Kultur, kreative Teilhabe und Prävention. Mit der offiziellen Freigabe weiterer Flächen können interessierte Künstlerinnen und Künstler künftig an verschiedenen Orten im Stadtgebiet ohne Anmeldung sprayen. Die neuen Flächen ergänzen die im November 2024 eröffnete „Hall of Fame“ an der Mindener Straße.
Ausgewählt wurden verschiedene Fußgängerunterführungen in den Stadtteilen Mitte, Schildesche, Stieghorst und Sennestadt. Alle freigegebenen Flächen sind vor Ort ausgeschildert und durch ein einheitliches Symbol gekennzeichnet. Zudem sind sie online auf einer Karte verzeichnet, abrufbar unter www.bielefeld.de/graffiti. Hier sind auch die Nutzungsbedingungen hinterlegt.
„Mit den neuen legalen Graffitiflächen schaffen wir mehr Raum für diese Kunstform. Wir setzen so bewusst auf Prävention statt auf Verbote allein. Wer seine Kreativität legal und sichtbar entfalten kann, muss keine illegalen Graffitis sprühen. Damit schaffen wir attraktive Alternativen, stärken die Eigenverantwortung und setzen zugleich ein klares Zeichen gegen illegale Farbschmierereien im öffentlichen Raum“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer.
„Nunmehr besteht neben der im letzten Jahr eröffneten Hall of Fame unter dem Ostwestfalendamm im Stadtbezirk Mitte auch in den Stadtbezirken Schildesche, Stieghorst und Sennestadt die Möglichkeit, Flächen legal zu besprühen und aktiv zu gestalten, was mich sehr freut und auch von den jeweiligen Bezirksvertretungen begrüßt wurde“ hebt Birgit Beckermann, Kulturdezernentin der Stadt Bielefeld, hervor.
Verschiedene Projekte zum Eröffnungstag in den Stadtteilen
Die offizielle Eröffnung findet an diesem Freitag, 3. Juli, in einer Fußgängerunterführung an der Endstation in Stieghorst statt, in der das Freizeitzentrum Stieghorst gemeinsam mit Jugendlichen ein Graffitiprojekt umsetzt. Zeitgleich entstehen an weiteren Standorten Werke und Projekte, die die Vielfalt der legalen Graffitikultur in Bielefeld sichtbar machen: Das Fanprojekt von Arminia Bielefeld gestaltet ab 17 Uhr die Unterführung an der Voltmannstraße im Grünzug zur Universität. Ebenfalls ab 17 Uhr sprühen die Graffitikünstler BLUE und RESO an der Unterführung am Albrecht-Delius-Weg und an der Unterführung der Kurt-Schumacher-Straße (Haltestelle Bültmannshof) schafft das Recovery College von 16 bis 19 Uhr ein kreatives Angebot von und mit Menschen mit psychischen Herausforderungen. Interessierte sind an allen Standorten willkommen.
Präventive Arbeit: Legale Flächen als Alternative zu illegalen Schmierereien
Die Freigabe der Flächen wurde durch den Sozial- und Kriminalpräventiven Rat der Stadt Bielefeld unterstützt und koordiniert. Die neuen Angebote sind zugleich Teil eines präventiven Ansatzes: Durch die Schaffung attraktiver und dauerhaft verfügbarer legaler Gestaltungsmöglichkeiten sollen insbesondere junge Menschen ermutigt werden, ihre Kreativität im öffentlichen Raum legal auszuleben. Gleichzeitig leisten die Flächen einen Beitrag zur Verringerung illegaler Graffiti-Aktivitäten.
Bei den freigegebenen Flächen handelt es sich um Fußgängerunterführungen, die häufig von illegalen Schmierereien betroffen waren. Durch die Freigabe können zum einen Reinigungskosten eingespart werden, zum anderen werden die Unterführung durch meist professionelle Gestaltungen aufgewertet. Grundlage der Freigabe war ein politischer Beschluss, des Kulturausschusses, der die Bezirksvertretungen um die Nennung geeigneter Freiflächen für Graffitikunst bat.
Mit der Erweiterung der legalen Graffitiflächen stärkt die Stadt Bielefeld die urbane Kunstszene, fördert kreative Ausdrucksmöglichkeiten und schafft gleichzeitig neue Räume für Begegnung, Beteiligung und gesellschaftlichen Dialog.