Ganzheitliches Verkehrskonzept für Baumheide

Der Stadtteil Baumheide wird auch im Bereich Mobilität zukunftssicher aufgestellt. Ein neues ganzheitliches Verkehrskonzept bedeutet mehr als nur Straßen und Wege zu verbinden. Die Anforderungen aus der Mobilitätsstrategie 2030 werden berücksichtigt, alle Vorgaben und Rahmenbedingungen zusammen betrachten und weiterhin eine gute Erreichbarkeit ermöglicht.

Die Planungen werden den Nahverkehr, Rad- und Fußwege sowie die Verkehrsführung betreffen. Das Ziel ist es, den Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit umzusetzen.

Im Kern geht es um mehr Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit. Fußgänger*innen sollen von der Neugestaltung der Nebenflächen und sicheren Straßenquerungen, Radfahrende von den Hauptrouten im Stadtteil profitieren. Der Nahverkehr wird durch eine höhere Taktung der Busse und eine neue Streckenführung attraktiver. Angebote für den Mobilitätswandel werden durch Leihangebote mit einer Mobilstation an der Stadtbahnhaltestelle Baumheide bereitgestellt.

 

Öffentlichkeitsbeteiligung - 2. Online-Umfrage

Jetzt startet die ergänzende 2. Online-Beteiligung: 
Noch bis zum 22. Februar können bei der Online-Befragung Anregungen zu den ersten Planungs-Ideen abgegeben werden.


Die Ergebnisse dieser Beteiligung werden der Bezirksvertretung Heepen vorgestellt, die letztlich über das neue Verkehrskonzept entscheiden wird.

Öffentlichkeitsbeteiligung - Der Dialog-Abend am 11. Februar 2026

Wie wollen die Einwohnerinnen und Einwohner die Wege in ihrem Stadtteil zukünftig zu Fuß, mit dem Rad, Bus und Bahn oder mit dem Auto zurücklegen?  

Die Planer stellten dazu der Öffentlichkeit beim Dialog-Abend am 11. Februar ihre ersten Maßnahmen-Vorschläge vor. Nach der Diskussion wurden Fragen und Hinweise aufgenommen.

Maßnahmen-Vorschläge leicht erklärt

  • Überquerbarkeit der Fahrbahn für Zufußgehende verbessern:
    • Einige Kreuzungen in Baumheide sind unübersichtlich für alle Verkehrsteilnehmenden, z. B. durch große Einmündungen. Auch an anderen Stellen ist es schwierig, eine Straße mit Fahrzeugen aus beiden Richtungen an einem Stück zu überqueren.
    • Eine Umgestaltung kann erfolgen durch breitere Gehwege & schmalere Fahrbahn, Mittelinsel, Einrichtung Zebrastreifen usw. Durch diese Maßnahmen wird die Überquerung der Straße erleichtert.
    • Gleichzeitig kann bei der Umgestaltung einer Kreuzung auch eine Begrünung stattfinden.
      Sichere Möglichkeiten, eine Straße zu überqueren, sind besonders wichtig für Kinder & Jugendliche, ältere Menschen und eingeschränkte Personen (z.B. blinde, gehbehinderte, schwerhörige Menschen).
       
  • Verbesserung Gehwege:  
    • Es soll sicherer und komfortabler werden, zu Fuß unterwegs zu sein. Hierfür kann die Infrastruktur unterschiedlich gestaltet und beschildert werden. Wie die Bedingungen für die Zufußgehenden verbessert werden, hängt z. B. von der Straßenart und dem verfügbaren Platz im Straßenraum ab. 
       
  • Verkehrsberuhigung „Spielstraße“ einrichten:
    • Unter bestimmten Bedingungen kann ein Verkehrsberuhigter Bereich (umgangssprachlich: Spielstraße) umgesetzt werden. Hierfür darf es in der Straße nur sehr wenig Verkehr geben. In „Spielstraßen“ gibt es meist keine Gehwege, sondern alle Verkehrsteilnehmenden teilen sich die Straße. Die Höchstgeschwindigkeit ist die Schrittgeschwindigkeit (7 km/h). Ob die Einrichtung von „Spielstraßen“ möglich ist, soll in Baumheide für verschiedene Straßen geprüft werden. 
       
  • Sichere Fußwege herstellen:
    • In manchen Straßen gibt es überhaupt keine Gehwege, obwohl schneller als Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Eine solche Situation ist für Zufußgehende gefährlich. In diesen Straßen muss daher eine sichere Lösung für den Fußverkehr gefunden werden. Das kann durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden, z.B. durch den Bau von Gehwegen oder die Schaffung einer „Spielstraße“. 
       
  • Neugestaltung:  
    • Die Straßenraum-Gestaltung trägt zu einer sicheren und komfortablen Organisation des Verkehrs bei. Sehr breite Straßenräume vermitteln zum Beispiel, dass schnell gefahren werden darf, obwohl das in Wohnsiedlungen meist nicht der Fall ist. Eine Umgestaltung mit breiteren Gehwegen, Straßenbäumen, verschiedenen Pflasterungen etc. können den Charakter einer Straße stark verändern.
  • Verbesserung und Neueinrichtung von Radwegen:
    • Mit dem Rad unterwegs zu sein, soll sicherer und komfortabler werden. Hierfür können die Wege unterschiedlich gestaltet und beschildert werden. Wie die Bedingungen für die Radfahrenden verbessert werden, hängt z. B. von der Straßenart und dem verfügbaren Platz auf der Straße ab. 
      • Beispiele:
        -    Fahrradstraße
        -    Radweg
        -    Schutzstreifen 
        -    Gemeinsamer Geh- und Radweg
         
  • Überquerbarkeit der Fahrbahn für Radfahrende verbessern:
    • Einige Kreuzungen in Baumheide sind unübersichtlich für alle Verkehrsteilnehmenden, z.B. durch große Einmündungen. Auch an anderen Stellen ist es schwierig, eine Straße mit Fahrzeugen aus beiden Richtungen an einem Stück zu überqueren.
    • Eine Umgestaltung kann erfolgen durch eine eigene Fläche für Fahrräder an den Kreuzungen und eine schmalere Fahrbahn, Mittelinsel explizit auch für Fahrräder usw. Durch diese Maßnahmen wird die Überquerung der Straße für Radfahrende erleichtert. Gleichzeitig kann bei der Umgestaltung einer Kreuzung auch eine Begrünung stattfinden.
    • Sichere Möglichkeiten, eine Straße zu überqueren, sind besonders wichtig für Kinder & Jugendliche, ältere Menschen und eingeschränkte Personen (z. B. schwerhörige Menschen).
       
  • Einrichtung Fahrradstraße (teilweise mit zusätzlicher Verkehrsberuhigung):
    • In Fahrradstraßen haben Radfahrende Vorrang und dürfen nebeneinander fahren.
    • Es gilt Tempo30. Das Radfahren ist in Fahrradstraßen daher komfortabel und sicherer als in Tempo30-Zonen.
    • Fahrradstraßen werden gekennzeichnet durch Beschilderung und Piktogramme (Bilder) auf dem Boden. Vor allem am Eingang in die Fahrradstraße ist dies wichtig. 
    • In manchen Straßen ist es außerdem wichtig, zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umzusetzen, damit die Autofahrenden langsam fahren und Rücksicht nehmen. Dies kann z. B. durch Einengungen der Fahrbahn, Bäume oder Aufpflasterungen geschehen. 
  • Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich „Neue Mitte Baumheide“:
    • Der Bereich um das Freizeitzentrum Baumheide soll umgestaltet werden, damit das Ortszentrum von Baumheide attraktiv wird. Ein Maßnahmenvorschlag für die Umgestaltung ist die Einführung eines „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ auf dem Rabenhof. Hier würde dann Tempo 20 gelten.
    • In einem Geschäftsbereich sind normalerweise viele Zufußgehende unterwegs. Um Konflikte zwischen Autoverkehr und Fußverkehr zu vermeiden, würden Gehwege und Fahrbahn weiterhin getrennt verlaufen (anders als im „Verkehrsberuhigten Bereich“/„Spielstraße“). Ob die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs rechtlich möglich ist, muss geprüft werden. 
       
  • Durchfahrtsverbot Kfz:
    • Ein Durchfahrtsverbot für „normale“ Kfz kann z. B. durch einen Poller/Pömpel oder eine Beschilderung erfolgen.
    • Die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge etc. ist immer möglich. Eine solche Sperre dient der Verhinderung von Durchfahrtsverkehr.
       
  • Gestaltung des Einfahrtsbereichs:
    • Der Übergang von Hauptverkehrsstraßen in Wohngebiete muss gut gestaltet sein, damit für Autofahrende direkt erkennbar ist, dass sich die Höchstgeschwindigkeit ändert.
    • Hierzu eignen sich in Ergänzung der Beschilderung z. B. Bäume zur Einengung der Quartierseinfahrt
  • Neue Buslinie / Linienführung:  
    • In einigen Bereichen von Baumheide sind die Fußwege zur nächsten Bus- oder Stadtbahn-Haltestelle relativ weit. Für diese Wohngebiete soll daher geprüft werden, ob eine zusätzliche Buslinie eingerichtet oder eine bestehende Buslinie anders geleitet werden kann.
  • Aufwertung der Stadtbahn-Haltestelle:
    • Die Stadtbahn-Haltestellen in Baumheide sind aktuell nicht komfortabel zu nutzen. Viele Menschen fühlen sich unwohl und mit Rollstuhl und Kinderwagen etc. sind die Bahnsteige teilweise schwierig zu erreichen. Eine Umgestaltung der Haltestellen soll dazu beitragen, dass alle Menschen die Stadtbahn gut nutzen können. 
  • Umgestaltung Bus-Haltestellen: 
    • Nicht alle Bus-Haltestellen sind mit z. B. Sitzmöglichkeiten, Dächern und barrierefreiem Pflaster ausgestattet. Sofern möglich, soll dies verändert werden. 
  • Verlagerung der Haltestelle "Baumheide":
    • Mit der Neugestaltung der „Neuen Mitte Baumheide“ wird die Bus-Haltestelle an den Rabenhof verlagert. 

Öffentlichkeitsbeteiligung - die Workshops 2025

Einen wichtigen Beitrag zum ganzheitlichen Verkehrskonzept Baumheide leisteten die 4. Klassen der "Wellbachschule" am 6. Dezember und eine 6. Klasse der Realschule "Am Schlehenweg" am 5. Dezember 2024. Die Schülerinnen und Schüler analysierten dabei spielerisch ihren Schulweg. Der Workshop wurde von den Planungsbüros moderiert und von Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung begleitet.

Schülerinnen und Schüler einer 4. Klasse sitzen auf einem großen Teppich (4 x 6 m) mit einem Luftbild von Baumheide und orientieren sich so für ihren Schulweg.

Schulkinder einer 4. Klasse orientieren sich zu ihrem Schulweg auf dem Luftbild von Baumheide. Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Außerdem konnten die Schüler*innen beim Beteiligungs-Workshop sogar ihren Stadtteil selbst erkunden und dabei mit Fotos aus der Sofortbild-Kamera markante Stellen im Schulumfeld dokumentieren.

Ein Schüler der sechsten Klasse präsentiert seinen mittels Sofortbildkamera festgehaltenen Fund. Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Am 17. Mai 2025 trafen interessierte Bewohner*innen aus Baumheide und Milse zusammen, die per Zufallsverfahren ausgewählt und von der Stadt Bielefeld angeschrieben wurden. Nachdem die Teilnehmenden vom Planungsbüro über den Stand des Ganzheitlichen Verkehrskonzepts Baumheide informiert wurden, startete die Arbeitsphase. 

In Kleingruppen beschäftigten sich die Anwesenden mittels der Methodik der sogenannten "Mobilitäts-Episode" mit den Herausforderungen für Fußgänger*innen, Autofahrer*innen, Radfahrende sowie ÖPNV-Nutzer*innen im Stadtteil Baumheide.

Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Ziel war es aber auch anhand der gemeinsam erfassten Probleme bereits Lösungsvorschläge zu unterbreiten. So kamen viele Handlungsempfehlungen, z.B. in Bezug auf sichere Straßenquerungen, Abstellmöglichkeiten für Autos und Fahrräder sowie attraktivere Wege zustande. Eine Dokumentation des Workshops ist hier zu finden.

Foto: Mobildenker GmbH | ikoono

Im Radverkehrskonzept sind für den Rabenhof eine Hauptroute der Kategorie I und Am Wellbach, für Wiesenstraße und Hagenkamp (bzw. Geh-/Radweg zwischen Hagenkamp und Rabenhof) sind Hauptrouten der Kategorie II vorgesehen.

Im Rahmen des dritten Nahverkehrsplans soll die Taktung des Busverkehrs auf dem Rabenhof erhöht werden, die Linienführung der Linie 30 soll von der Herforder Straße auf die Donauschwabenstraße/Stauferstraße verlegt werden. 

Die Fußverkehrsstrategie sieht verschiedene Maßnahmen in Baumheide vor, beispielsweise:

  • Lückenschlüsse und Gewährleistung ausreichender Breite von Gehwegen
  • Verbesserung bestehender und Neuanlage von Querungsstellen
  • Sicherstellung der Barrierefreiheit
  • Aufwertung des Straßenraums mit zusätzlicher Ausstattung (Beleuchtung, Begrünung, Sitzgelegenheiten) 

Am Rabenhof soll in Verbindung mit der Stadtbahnhaltestelle Baumheide eine Mobilitätsstation entstehen. Bürgerinnen und Bürger finden so an einer Stelle gebündelt Angebote zum Ausleihen von Rollern und Rädern, sowie Abstellmöglichkeiten. Aber auch die Infotafel, die anzeigen wird, wann Busse oder Stadtbahnen fahren.

Zusätzliche Anforderungen bestehender Verkehrskonzepte:

  • Abbindung der Einfahrt in die Heilbronner Straße im Rahmen des Umbaus der Herforder Straße
  • Erwartete Verkehre zur Müllverbrennungsanlage (MVA)
  • Busverkehre zur geplanten Wasserstofftankstelle
  • Anforderungen an die Schulweg-Sicherheit
  • Umgestaltung des Verkehrsraums durch im Rahmen des INSEK Baumheide
  • Planungen aus dem Freiraumentwicklungskonzept
  • Klimaanpassungskonzept als allgemeine Planungshilfe für das Stadtklima

Für die Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030 wurden verschiedene Konzepte erarbeitet. Einzelne Maßnahmen wirken sich   auf die Verkehre in Baumheide und damit auch auf die Aufenthaltsqualität im Stadtteil insgesamt aus.

All diese Vorgaben beeinflussen die zu erwartenden Verkehre in Baumheide, die vorhandene Verkehrsführung im Stadtteil wird sich verändern. Daher ist eine Bündelung und ganzheitliche Betrachtung für ein neues Verkehrskonzept erforderlich. 

Im Anschluss an den politischen Beschluss ist die Ausschreibung des Verkehrskonzepts vorgesehen.

  • 11.02.2026: Abschlusspräsentation der Maßnahmen-Vorschläge des Planungsbüros  
  • Dezember 2025: Öffentlichkeitsbeteiligung (2 Workshops + Online-Befragung)
  • ab 2024 - 4. Quartal: Öffentlichkeitsbeteiligung und Erarbeitung des Verkehrskonzepts
  • 2024 - 3. Quartal: Vergabe des Planungsprozesses für das Verkehrskonzept