Öffentlicher Personennahverkehr

Die Stadt Bielefeld ist Aufgabenträgerin für die Organisation und Finanzierung des städtischen öffentlichen Personennahverkehrs. Mit der Durchführung hat sie moBiel beauftragt. Der Nahverkehrsplan bildet dafür den strategischen Rahmen. Im Fokus steht derzeit die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zur Sicherung einer möglichst vollständigen Barrierefreiheit im ÖPNV bis zum Jahr 2022. 

Darüber hinaus ist die Stadt Bielefeld dafür zuständig, vom Land NRW bereitgestellte Fördergelder und sogenannte Regionalisierungsmittel an die Verkehrsunternehmen weiterzuleiten. Das betrifft sowohl Gelder für den Ausbildungsverkehr, als auch für das Sozialticket, die Fahrzeugbeschaffung und die Weiterentwicklung des ÖPNV. 

Zur Sicherstellung und Weiterentwicklung eines attraktiven Verkehrsangebotes über die Stadtgrenzen hinaus arbeitet die Stadt Bielefeld eng mit den benachbarten Aufgabenträger*innen zusammen.

Der Nahverkehrsplan gibt als Rahmenplan die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs in Bielefeld für die kommenden 5 bis 10 Jahre vor. Er enthält Vorgaben für das Leistungsangebot (Häufigkeit und Zeiten der Bedienung) und für die Gestaltung des Bus- und Stadtbahnliniennetzes. Politische Vorgaben werden im Nahverkehrsplan konkretisiert.

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben (Personenbeförderungsgesetz) hat der Aufgabenträger die Nutzung des ÖPNV barrierefrei zu gestalten. Dies betrifft sowohl die Infrastruktur (vor allem Haltestellen und die Wege zu den Haltestellen) als auch die Fahrzeuge selbst. Dazu gehören auch Informationssysteme, wie z.B. akustische Ansagen und optische Anzeigen an Haltestellen und in Fahrzeugen. Die barrierefreie Nutzung des ÖPNV muss weitestgehend für alle Formen der Behinderung möglich sein.

In Bielefeld sind im Busnetz derzeit rund 1.300 Haltestellen vorhanden. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) (Stand Mai 2020) ist derzeit barrierefrei ausgebaut. Grundsätzlich werden in Verbindung mit Straßenbaumaßnahmen die davon betroffenen Bushaltestellen barrierefrei hergestellt. Rund 150 Haltestellen werden so in den kommenden Jahren im Zuge von Straßenbaumaßnahmen ausgebaut. 

In Bielefeld werden ausschließlich Hochflur-Stadtbahnen, also mit einer inneren Bodenhöhe von knapp 90 cm, eingesetzt. Demzufolge ist ein barrierefreier Ein- und Ausstieg nur über einen entsprechenden Hochbahnsteig möglich. Der Zugang zu den oberirdischen Hochbahnsteighaltestellen erfolgt über mindestens eine, an den meisten Haltestellen jedoch über beidseitig angeordnete Rampen. Haltestellen im Tunnel verfügen immer über einen Aufzug. Sowohl auf den Bahnsteigen als auch in den Aufzügen befinden sich optische und taktile Leitsysteme, die die Orientierung der sehbehinderten und blinden Fahrgäste unterstützen.

Im Stadtbahnnetz sind derzeit 64 Haltestellen vorhanden. Davon sind 53 Haltestellen (83 Prozent) (Stand Mai 2020) mit einem barrierefrei erreichbaren Hochbahnsteig ausgestattet. 

In Nordrhein-Westfalen leiten die Aufgabenträger gemäß § 11a ÖPNVG NRW mindestens 87,5 Prozent der Landesfördermittel an öffentliche und private Verkehrsunternehmen weiter. Damit sollen die Kosten, die bei der Beförderung von Personen im Ausbildungsverkehr entstehen gedeckt werden. Das Verfahren hat die Stadt Bielefeld in einer allgemeinen Vorschrift geregelt. Diese sieht vor, dass der Anteil der weiterzuleitenden Mittel jährlich neu festgesetzt werden kann. 

Zur Förderung der Mobilität aller Personengruppen stellt das Land NRW auf Antrag jährlich eine Summe zur Deckung der Ausgaben für ein Sozialticket bereit. Diese Summe leitet die Stadt Bielefeld an moBiel weiter zur Finanzierung der Mindereinnahmen für das vergünstigte Sozialticket. Das Sozialticket kann von Personen mit Bielefeld-Pass (Geringverdiener*innen, Bezieher*innen von Sozialleistungen) bei der Stiftung Solidarität erworben werden.