Zugewanderte und gebietsfremde Arten

Die absichtliche Einfuhr, aber auch das unbeabsichtigte Einschleppen von Tier- oder Pflanzenarten außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete gibt es schon lange. Der globale Warenverkehr und die fast uneingeschränkte Mobilität haben dieses Phänomen verstärkt. 

Von den meisten gebietsfremden Arten gehen keine Gefahren für die Natur oder Gesundheit aus.

Rund 1.023 gebietsfremde, bezeichnet als Neobiota-Arten, haben sich - dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zufolge - seit 1492 in Deutschland dauerhaft angesiedelt. Das Jahr der Entdeckung Amerikas für die alte Welt zieht die Wissenschaft als Grenze für die Unterscheidung zwischen fremd und heimisch heran.

Invasive Arten

Riesenbärenklau, Umweltamt
Riesenbärenklau

115 Arten davon gelten in Deutschland als invasiv (z.B. Riesenbärenklau), 147 als potenziell invasiv (Stand 2026). Im Naturschutz spricht man von invasiven Arten, wenn sie bestehende Lebensgemeinschaften und deren Funktion nachhaltig ändern, also negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben. So hat in Bielefeld der amerikanische Sonnenbarsch im Kampeters Kolk vor seiner Bekämpfung die seltene heimische Knoblauchkröte stark reduziert

Invasive Arten stellen eine grenzübergreifende Herausforderung dar, die die gesamte EU betrifft. Um diesem Problem entgegenzutreten, wurde 2014 mit der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen, welcher auch unmittelbar für Deutschland gilt. Vorsorge und zielgerichtetes Handeln sind dabei der beste Schutz, der über Empfehlungen zum Umgang bis zu gesetzlichen Reglungen reicht. Das BfN informiert umfassend zu diesem Thema.

Andere Auswirkungen, wie z.B. auf den Pflanzenbau oder die menschliche Gesundheit, können ebenfalls relevante Kriterien für das politische und gesellschaftliche Handeln darstellen, unterliegen aber anderen Rechtsgrundlagen.

Einzelheiten zu invasiven Arten in Nordrhein-Westfalen sind dem Neobiota-Portal zu entnehmen. Flyer über gesundheitsgefährdende Arten (Riesenbärenklau, Ambrosia) und Tierarten aus Gartenteichen und Aquarien stehen auf der Seite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK) (LANUK NRW: Neobiota).