Netzwerktreffen stärkt inklusiven Arbeitsmarkt in Bielefeld
| Bielefeld (bi)
Wie kann ein inklusiver Arbeitsmarkt gelingen und welche Chancen bietet er Unternehmen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Organisationen beim Netzwerktreffen des Netzwerks Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld (NIAB) im Pioneers Club am Donnerstag, 18. Juni. Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie, Logistik, Einzelhandel, Handwerk sowie soziale Träger nutzten die Veranstaltung, um sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für eine inklusive Personalpolitik zu gewinnen.
„Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch mit seinen Fähigkeiten in unserer Arbeitswelt etwas beitragen kann“, sagt Wolfgang Ludwig, Geschäftsführer von proWerk Bethel und Mitglied im Netzwerk. Damit machte er deutlich, worum es dem NIAB im Kern geht: Barrieren abzubauen, Potenziale sichtbar zu machen und Unternehmen für inklusive Beschäftigung zu gewinnen.
IKEA, der LWL und Loewe Logistik: Erfahrungsaustausch im Sofagespräch
Im Mittelpunkt standen praxisnahe Sofagespräche mit Unternehmen, die bereits erfolgreich Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Vertreterinnen und Vertreter von IKEA, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie Loewe Logistik berichteten offen über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung inklusiver Beschäftigung. Die Beiträge machten deutlich: Vielfalt im Unternehmen stärkt Teams, eröffnet neue Perspektiven und kann einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.
Melanie Rabe-Templer von IKEA betonte: „Es ist ein wichtiges Thema, bei dem wir leider noch nicht so weit sind, wie wir in der heutigen Zeit eigentlich sein sollten. Ich hoffe, dass das Thema irgendwann kein Spezialthema mehr ist, sondern einfach normal wird.“
Auch Anika Löhner von der LWL-Kinder- und Jugendpsychiatrie Campus Gütersloh nahm am Netzwerktreffen teil. Als Rollstuhlfahrerin erlebt sie selbst, wie wichtig Offenheit und direkte Kommunikation für gelungene Inklusion am Arbeitsplatz sind: „Wenn es um die Aufgabe des Jobs geht, dann ist die Behinderung nebensächlich. Es geht um Begegnungen, um ein Miteinander, es geht um Augenhöhe und dabei ist es egal, ob man sitzt oder steht. Man sollte sich nicht scheuen die Frage zu stellen: Was brauchst du, wenn du hier arbeitest? Wie könnten wir dir deinen Arbeitsalltag erleichtern?“
Inklusiver Arbeitsmarkt als Gewinn für alle
Darüber hinaus bot das Netzwerktreffen Gelegenheit zum direkten Austausch mit Expertinnen und Experten aus den Bereichen Beratung, Förderung und Unterstützung. Der Integrationsfachdienst, die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, die Fachstelle behinderte Menschen im Beruf der Stadt sowie proWerk informierten über Fördermöglichkeiten, Beratungsangebote und praktische Unterstützungsleistungen für Unternehmen.
Auch Unternehmen, die sich auf den Weg machen, inklusive Beschäftigung stärker mitzudenken, kamen zu Wort. Malgorzata Pieniacy (McDonald’s) berichtete: „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung aktiv einzustellen und ihnen eine echte berufliche Perspektive in unserem Unternehmen zu bieten. Im Netzwerk können wir uns ganz praktische Tipps für den Arbeitsalltag holen, von der inklusiven Stellenausschreibung bis zum Onboarding.“
„Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist ein Gewinn für alle – für Unternehmen, Beschäftigte und die gesamte Stadtgesellschaft. Viele Betriebe möchten Vielfalt fördern und Menschen mit Behinderungen Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Informationen über bestehende Unterstützungsangebote häufig noch nicht ausreichend bekannt sind. Genau hier setzt das Netzwerk an“, betont der städtische Inklusionsplaner Fabian Möller.
Hintergrund: Das Netzwerk Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld (NIAB)
Das Netzwerk Inklusiver Arbeitsmarkt Bielefeld (NIAB) setzt sich dafür ein, die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in Bielefeld nachhaltig zu stärken und Unternehmen bei der Umsetzung inklusiver Arbeitsplätze zu unterstützen. Getragen wird das Netzwerk vom Büro für Sozialplanung der Stadt Bielefeld, dem Integrationsfachdienst, proWerk Bethel, dem Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben, der Einheitlichen Anlaufstelle für Arbeitgeber (EAA) sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).
Die positive Resonanz der Teilnehmenden zeigte, dass der Bedarf an Austausch, Vernetzung und praxisnahen Informationen groß ist. Das NIAB wird diesen Dialog auch künftig fortführen und gemeinsam mit Unternehmen sowie Netzwerkpartnern weitere Impulse für einen inklusiven Arbeitsmarkt in Bielefeld setzen. Weitere Informationen zum Netzwerk gibt es online unter www.bielefeld.de/niab.